

Neues vom Gemeindeschreiber ...
Volkstrauertag 1920 in Gustavsburg von Hans-Benno Hauf
Im Elend und den Wirren kurz nach Ende des ersten Weltkriegs hofften viele Menschen auf die Zukunft ohne das Leid und die Trauer zu verdrängen. Im Gegenteil, in gemeinsamen Aktionen am Opfertag zu Gunsten der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Kreises Groß-Gerau brachten sich viele in die Hilfeleistung ein.
So geschehen auch im November 1920 in Gustavsburg. Pfarrer Karl Knab berichtet von einem ereignisreichen Tag, der frühmorgens mit Klängen vom Bläserchor der evangelischen Jugend vom Turm der Kirche eingeleitet wurde. Der Blumenverkauf, schon um 8 Uhr begonnen, wurde nach dem Gottesdienst besonders lebhaft. Im Schulhof sorgte der Gustavsburger Musikverein „Fidelio“ von 11.30 bis 12.30 Uhr für gute Stimmung. Ab 15 Uhr wurde eine Feier mit Verlosung und Wettspielen veranstaltet, eröffnet von Herrn Oberingenieur Schoner nach Vortrag des Bläserchors mit einer Ansprache. Die beiden Gustavsburger Gesangsvereine, der Musikverein Fidelio wirkten mit, die Turner leisteten am Barren Vorzügliches und an den verschiedenen Wettspielen entwickelte sich froher Eifer. Zum Gesamtergebnis trugen bei:
Spenden von Gustavsburger Firmen, Kollekten des evangelischen und katholischen Gottesdienstes, Spende des Turnvereins und des Stenographenvereins, Einnahmen aus der Verlosung, dem Blumenverkauf des evangelischen Jungfrauenvereins, des katholischen Jungfrauenvereins, von Frau Schoner und Frau Knab, Ergebnisse des Preiswürfelns des Stenographenvereins, Lanzenstechen des Turnvereins, Schießen des Männergesangvereins, Wettwerfen und Ringwerfen des evangelischen Jugendvereins. Somit konnte dem Reichsbund ein Reingewinn von 4589,81 Mark abgeliefert werden.