

Zunehmende Wasserpflanzen im Altrhein
Große Massen von Wasserpflanzen trieben kürzlich wieder vom Schwarzbach in den Altrhein und sorgten für Verdruss bei den Wassersportlern und Bootsinhabern. Nach Ansicht des Umweltbüros der Gemeinde hatte diese Anschwemmung eine natürliche Ursache: Durch den starken Niederschlag in der Woche davor habe sich der Gewässerbewuchs gelöst und sei abgetrieben.
Hintergrund dieser Erscheinung ist nach Angaben des Umweltbüros eine starke Zunahme von Wasserpflanzen im Schwarzbach-Landgrabensystem in den letzten Jahren, die nach Ansicht von Gewässerbiologen auch auf die verbesserte Wasserqualität zurückgeführt werden kann. Dieser positive Aspekt habe jedoch auch seine Schattenseiten. Neben der Beeinträchtigung der Gewässernutzer sieht Ruth Hebling vom Umweltbüro auch die Verknappung des Retentionsraumes bei Hochwasser und eine erneute Schlammbildung im Altrhein durch absinkendes Pflanzenmaterial als mögliche negative Begleiterscheinungen der zunehmenden Verkrautung. Um die negativen Auswirkungen zu minimieren, habe man bereits 2007 gemeinsam mit dem Wasserverband Schwarzbachgebiet-Ried eine Studie in Auftrag gegeben mit dem Ziel, technische Möglichkeiten zur Verhinderung des Pflanzeneintrags in den Altrhein zu erkunden.
Bürgermeister von Neumann, selbst Vorstandsmitglied des Wasserverbandes, sieht inzwischen erste Resultate der Diskussion mit dem Wasserverband: "Wir haben das Problem sehr früh erkannt und vom Wasserverband eine wesentliche Verbesserung der vorhandenen Rückhaltsysteme vor dem Pumpwerk gefordert. Der Verband hat sich inzwischen des Problems angenommen und ein Büro beauftragt, ein effizienteres Rückhaltesystem zu planen." Ähnlich wie beim Altrheinschlamm handele es sich hier um ein Problem, so der Verwaltungschef, das juristisch schwer greifbar sei und technisch eine Herausforderung darstelle, da es keine Patentrezepte gebe. Die Hydraulik dürfe durch das Rückhaltesystem nicht beeinträchtigt werden, die Gewässerfauna nicht geschädigt und die Entnahmekosten müssten zudem im bezahlbaren Rahmen bleiben." Schnellschüsse helfen uns hier nicht weiter", resümiert der Bürgermeister, versichert aber: "Wir bleiben weiter am Ball und werden darauf dringen, dass die neue Technik auch schnellstmöglich eingesetzt wird".