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Widersprüche bei Aussagen der Fraktion Bündnis90/Die Grünen

Den Vorwurf, die Wirtschaftsförderung treffe in der Angelegenheit „Hermes-Wegzug“ widersprüchliche Aussagen, weist Bürgermeister Richard von Neumann deutlich zurück. „Wenn jemand sich in Widersprüche verstrickt, ist das zum wiederholten Male der Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen“, sagte von Neumann. Auf der einen Seite versuche die Fraktion, die Ansiedlung neuer Betriebe zu verhindern, indem sie die Erweiterung des Gewerbegebiet „Am Mainspitz-Dreieck“ lieber dem Hochwasserschutz opfern möchte. Andererseits beklage sie mangelnde Aktivität der örtlichen Wirtschaftsförderung.

Dass es Arnold-Fabian wirklich um die Stärkung der Wirtschaftskraft der Gemeinde gehe, könne überhaupt nicht sein. Wie könne er sonst den Standort schlecht reden, dadurch dass er in der Öffentlichkeit das Gewerbegebiet mit dem Begriff „Hochwasser“ in Verbindung bringt. Damit nehme er in Kauf, dass ansiedlungswillige Unternehmen glauben, sich in dem Gewerbegebiet „Am Mainspitz-Dreieck“ einem besonderen Risiko auszusetzen. „Wenn es irgendwann zu einem Jahrhunderthochwasser käme, würden die ganze Gemeinde und weite Teile des Kreises unter Wasser stehen und nicht nur das Gewerbegebiet“, sagte von Neumann. Die durch die Immobilienmakler-Firma Casaplan geäußerte Befürchtung, der Rhein könne in dem Gewerbegebiet das Grundwasser bis an die Oberfläche drücken, widersprach der Bürgermeister.

Wiederholt machte er deutlich, dass der Gemeinde weder das Umsiedlungsvorhaben noch die Bedenken gegenüber dem Standort Ginsheim-Gustavsburg bekannt gewesen seien. Recherchen der Wirtschaftsförderung haben vielmehr ergeben, dass die Firma Casaplan im November 2005 eine Anfrage an die Gemeinde geschickt hatte, ohne den Namen des Auftraggebers zu nennen. Dies werde grundsätzlich so gehandhabt, wenn Makler für Unternehmen nach geeigneten Fläche suchen, sagte Andreas Klopp von der Wirtschaftsförderung. Der Name werde in der Regel erst bei den konkreteren Verhandlungen preisgegeben. Offensichtlich habe auch die Firma Hermes diesen Weg gewählt und die Casaplan GmbH mit der Planung beauftragt, so Klopp.

Zu weiteren Gesprächen zwischen Casaplan und der Gemeinde sei es allerdings nicht gekommen, obwohl die mit der Vermarktung der Flächen beauftragte Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (DSK) der Firma Casaplan ein umfassendes Angebot zugeleitet und ein Grundstück für sie reserviert hatte. Telefonische und schriftliche Nachfragen der DSK blieben nach ihren Angaben jedoch unbeantwortet. Über die Entscheidung zur Standortwahl habe Casaplan keine Informationen erteilt.

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