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"Gustav Adolf kehrt zurück"

Historisches Musical gastiert in Gustavsburg | Samstag, 18. November - 20 Uhr

(08.11.02006) Wohl kein Ort ist so eng mit dem schwedischen König Gustav II. Adolf verbunden wie Gustavsburg. Auf Anordnung des Monarchen wurde die Festung gebaut, auf die Lage und Name der Gemeinde zurückgehen. Gustavs Eroberung von Mainz, das von spanischen Truppen gehalten war, ist demnächst 375 Jahre her - da wird es Zeit, dass ein Stück rund um den Schwedenkönig nun endlich auch in Gustavsburg auf die Bühne kommt: "Gustav Adolf - Das Musical".

Das Thema der flotten Geschichte steht mit der Eroberung von Mainz unmittelbar im Zusammenhang: Um nämlich zur Stadt zur gelangen, musste das schwedische Heer über den Rhein gelangen, den aber die Spanier sicherten. Erst etwas weiter südlich, an der Rheinschlinge um den Kühkopf, gelang der tollkühne Übergang zur anderen Seite. Dies ist Hintergrund des Stücks, mit dem die Theatergruppe "Musical Mimix" die Zeit des dreißigjährigen Kriegs schwungvoll auf die Bühne bringt. Lebendige Handlung und mitreißende Lieder machten das Musical schon bei seiner Premiere vor einigen Monaten zum Erfolg. Für die Aufführungen in Gustavsburg hat die Gruppe, der Mitglieder aus der ganzen Region angehören, ihre Inszenierung nun nochmals verbessert.

Gibt es also Pulverdampf und Schlachtenlärm auf der Bühne? Kaum, denn Autor und Regisseur René Granacher geht es nicht um Heldenverehrung. Er stellt die schwedischen Soldaten vor allem den Dorfbewohnern gegenüber, zeigt die mal heiteren und mal dramatischen Verwicklungen bei diesem Zusammentreffen. Mit liebevoller Fantasie und vielen Pointen wurde das ausgestaltet - ebenso wie die Liebesgeschichte, die sich zwischen einem Schweden und einer Spanierin entspinnt. Eine Beziehung zwischen feindlichen Lagern: da weht ein Hauch von Romeo und Julia über die Bühne.

Packende Melodien

Dass es für die schwedisch-spanische Verbindung schließlich ein musicalgerechtes Happy End gibt, hängt auch mit einer weiteren Zutat der Geschichte zusammen: einem Mordkomplott gegen König Gustav Adolf. Der hat einen Feind im eigenen Lager und ahnt nichts davon. Der Pfarrer erfährt von dem Plan, aber er hat keinen Beweis… Es sind einige Verwicklungen durchzustehen, und mehr als einmal fließt auf der Bühne Blut - Theaterblut.

Wie aber kommt "Gustav Adolf" zu seinen packenden Melodien? Sie wurden für das Stück nicht neu geschrieben, sondern von schon bestehenden Ohrwürmern übernommen. Das Musical geht damit den gleichen Weg, wie es "Mamma Mia" mit den Abba-Liedern tat. Warum nicht: Auf diese Weise kann man auf viele zündende Melodien bauen, die nach Bedarf mit neuen Texten versehen werden. Oft sind es Popsongs, die hier erstmals als deutsche Versionen zu hören sind.

So hat Gustav Adolf selbst ein Lied auf Basis von Gloria Gaynors Hit "I will survive" - doch bei ihm heißt es "Ich zieh das durch!". Wenn die schwedischen Soldaten ein Stück nach dem Klassiker "In the Navy" von der Gruppe Village People singen, bleibt der Schwung des Originals auch in der deutschen Umdichtung voll erhalten. So wird es die Zuschauer wohl kaum auf den Stühlen halten, wenn auf der Bühne "die Post abgeht". Auch Hits von Abba und Meat Loaf wurden verwendet und sorgen für viele Widererkennungseffekte. Dazu kommen Titel deutscher Sänger wie Robert Long und Rio Reiser, die für das Musical teils unverändert übernommen werden konnten.

Dialekt ist erlaubt

Es klingt deutsch auf der Bühne, aber nicht unbedingt hochdeutsch: Die Dorfbewohner in der Geschichte dürfen im heimischen Zungenschlag sprechen. Besonders Lene, eine ältere Dörflerin mit ganz eigener Einstellung zu den schwedischen Soldaten, gibt auf der Bühne handfesten Dialekt zum Besten und war bei der Premiere der Liebling des Publikums. Wie die meisten Mitspieler brachte die Darstellerin Wilma Kabey schon etwas Erfahrung in das Musical-Projekt ein: Viele in der Gruppe haben schon in Chören gesungen oder tun es noch, manche haben schon früher Theater gespielt. Szenen, Texte und Lieder des Musicals hat sich das Ensemble in zehn Monaten erarbeitet. Die Begeisterung bei den ersten Aufführungen war groß, und in Gustavsburg wollen die "Musical Mimix" noch besser sein. Am 18. November (Samstag) um 20 Uhr ist "Gustav Adolf" im Bürgerhaus zu sehen.

Die Vorstellung findet statt im Bürgerhaus in Gustavsburg. Eintritt: 12,- Euro.

Kartenvorverkauf in den Bürgerbüros Ginsheim, Schillerstraße 17 und Gustavsburg, Jakob-Fischer-Str. 16. Öffnungszeiten: Mo/Di/Mi/Fr 8-12.30 Uhr, Do 8-18 Uhr (durchgehend), Sa 9-12 Uhr.

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